Autor: Keto

  • NEWS: Zwischen Gym, Laufschuhen, Keto-Notfallkoffer & Adventskalender im Bikini

    Es gibt ein kleines Update aus meinem Leben – und nachdem sich bei mir gerade gefühlt gleichzeitig ziemlich viel tut, dachte ich mir: Es wird höchste Zeit für eine NEWS-Kategorie hier am Blog. 😄

    Also… Kaffee holen, zurücklehnen – ich erzähl euch, was gerade so los ist.

    Ich bin wieder im Gym!

    Jaaaa – ich bin wieder im Fitnessstudio.

    Zumindest in der Zeit, in der ich in Wien bin. In München habe ich aktuell kein Gym mehr, da werden eben die Laufschuhe ausgepackt und es wird „nur“ gelaufen.

    Und sobald ich dann mehr Zeit in Istrien verbringe, werde ich mir dort ebenfalls ein Fitnessstudio suchen.

    Denn eines merke ich jedes Mal wieder ganz deutlich:

    Ich fühle mich einfach besser, wenn ich zusätzlich zum Laufen Krafttraining mache.

    Und meine Hüfte offenbar auch. 😂

    Seit ich wieder regelmäßig Krafttraining einbaue, zwickt sie nach dem Laufen nämlich bei Weitem nicht mehr so gemein. Allein dafür hat sich die Rückkehr zu Hanteln & Co. schon ausgezahlt.

    Abgesehen davon bin ich mittlerweile halt auch in einem Alter, in dem wir um das Thema Krafttraining nicht mehr elegant herumschleichen können. 😅

    Mit zunehmendem Alter verlieren wir Muskelmasse, wenn wir nichts dagegen tun. Und Muskeln sind eben nicht nur dafür da, dass irgendwas knackig ausschaut. Sie sind wichtig für Kraft, Stabilität, Knochen, Stoffwechsel und dafür, dass wir möglichst lange fit und selbstständig bleiben.

    Also ja:

    Krafttraining gehört dazu. Egal, wie man es dreht und wendet. 😉

    Ich werde deshalb weiterhin laufen – aber Krafttraining bekommt wieder seinen fixen Platz.

    Und sonst? Gerade ist ziemlich viel Bewegung drin

    Der Sommer war bei uns ohnehin alles andere als langweilig.

    Im August haben wir unser kleines Häuschen mit riesigem Garten und Pool bezogen und ab Oktober kommt dann noch unsere Wohnung in Istrien am Meer dazu. ❤️

    Bis Ende Oktober bleiben wir noch in Deutschland und danach wird sich unser Alltag noch einmal ein bisserl verändern.

    Und genau bei solchen Phasen merke ich immer wieder, wie wichtig es ist, Keto so zu gestalten, dass es ins echte Leben passt.

    Nicht nur dann, wenn man brav zu Hause sitzt, der Kühlschrank perfekt gefüllt ist und man drei Stunden Zeit zum Vorkochen hat.

    Sondern auch bei Autofahrten, Umzügen, spontanen Tagen, Reisen und Situationen, in denen man plötzlich irgendwo steht und denkt:

    „Okay… und was ess ich jetzt?“ 😂

    Mein Keto-Notfallkoffer

    Genau dafür gibt es meinen Keto-Notfallkoffer.

    Denn sind wir uns ehrlich: Meistens scheitert Keto unterwegs nicht daran, dass wir plötzlich beschlossen haben, dass uns Keto nicht mehr gefällt.

    Es scheitert daran, dass wir HUNGER haben und nichts Vernünftiges greifbar ist.

    Und Hunger + Tankstelle + „Ich schau nur schnell, was es gibt“ ist manchmal eine eher ungünstige Kombination. 😂

    Deshalb habe ich einen kleinen Keto-Notfallkoffer zusammengestellt, der dir genau in solchen Situationen helfen soll.

    Was kann man unterwegs mitnehmen?
    Was kann man auf Vorrat haben?
    Was rettet einen, wenn gerade absolut nichts Ketotaugliches in Sicht ist?
    Und wie kann man sich das Leben so einfach wie möglich machen?

    Denn genau darum geht es mir bei Keto immer wieder:

    Nicht komplizierter machen, als es sein muss.

    Und dann wäre da noch… Weihnachten. 😂🎄

    Ich weiß.

    Es klingt vollkommen absurd.

    Ich sitze gerade im Bikini da und schreibe einen Absatz über Weihnachten.

    Aber wir kennen das doch mittlerweile alle:

    Gerade war noch Sommer.

    Dann blinzelt man zweimal.

    Plötzlich stehen Lebkuchen im Supermarkt.

    Man blinzelt noch einmal.

    ADVENT. 😂

    Und deshalb kann ich dir schon jetzt verraten:

    Mein Keto-Adventskalender kommt natürlich wieder! 🎄❤️

    Und wer ihn vom letzten Jahr kennt, weiß: Das ist nicht einfach nur irgendein Kalender mit 24 kleinen Rezeptchen.

    Hinter den Türchen wartet wieder jede Menge Keto-Wissen, Inspiration, kleine Überraschungen, Rezepte, Guides, Tipps und Dinge, die euch durch die Adventzeit begleiten.

    Mehr verrate ich an dieser Stelle noch nicht. 😇

    Ein bisserl Spannung muss schließlich bleiben.

    Aber die Zeit vergeht schneller, als wir glauben – und während ich diesen Text noch im Bikini schreibe, bin ich gedanklich offenbar schon irgendwo zwischen Butter, Weihnachtskugeln und Keto-Lebkuchen. 😂

    Wenn ihr zum Keto-Adventskalender schon Fragen habt, schreibt sie mir sehr gerne unten in die Kommentare. Ich lese mit und beantworte sie euch dort. ❤️

    Bis dahin genieße ich noch den Spätsommer, schwinge im Gym die Hanteln, schnüre zwischendurch meine Laufschuhe und versuche, noch nicht allzu laut „Last Christmas“ zu summen.

    Obwohl…

    …ein kleines bisschen Weihnachtsvorfreude darf im Bikini doch wohl erlaubt sein. 😎🎄

    Alles Liebe
    Eva

  • Warum Rotwein und Käse dir den Schlaf rauben können

    Es klingt eigentlich nach dem perfekten Abend.

    Ein gutes Glas Rotwein.

    Ein paar Stückerl Käse.

    Vielleicht noch ein gemütlicher Film dazu.

    Herrlich.

    Und dann passiert Folgendes:

    Du schläfst wunderbar ein.

    Um 2:47 Uhr gehen die Augen auf.

    Du drehst dich nach links.

    Nach rechts.

    Die Decke ist plötzlich zu warm.

    Dann zu kalt.

    Du denkst über Dinge nach, die du seit 2007 erfolgreich verdrängt hast.

    Und irgendwann stellst du dir die alles entscheidende Frage:

    Warum zur Hölle bin ich wach?

    Die Antwort könnte tatsächlich auf deinem Abendteller beziehungsweise in deinem Weinglas liegen.

    Denn sowohl Alkohol als auch bestimmte gereifte Lebensmittel wie Käse können unseren Schlaf beeinflussen.

    Und wenn beides zusammenkommt, kann daraus bei empfindlichen Menschen eine ziemlich ungünstige Kombination werden.

    Schauen wir uns an, warum.

    Aber Rotwein macht mich doch müde?

    Absolut.

    Und genau deshalb ist Alkohol beim Thema Schlaf so tückisch.

    Alkohol kann zunächst beruhigend und dämpfend auf das zentrale Nervensystem wirken. Viele Menschen merken deshalb:

    Nach einem Glas Wein werde ich müde und schlafe schneller ein.

    Das Problem ist:

    Schneller einschlafen bedeutet nicht automatisch besser schlafen.

    Während dein Körper mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, verändert sich die normale Schlafarchitektur.

    Damit ist die natürliche Abfolge unserer verschiedenen Schlafstadien gemeint.

    Unser Schlaf besteht nämlich nicht einfach aus:

    Augen zu – bewusstlos – Augen auf.

    Wir durchlaufen während einer Nacht mehrfach unterschiedliche Schlafphasen, darunter Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf.

    Diese Phasen haben unterschiedliche Aufgaben und sind unter anderem für körperliche Regeneration, Gedächtnis, Lernen und emotionale Verarbeitung wichtig.

    Alkohol kann diese natürliche Struktur stören.

    Und genau deshalb kann sich eine Nacht nach Alkohol ganz anders anfühlen, obwohl du scheinbar ausreichend lange im Bett gelegen hast.

    Erst macht Alkohol müde – später kann der Schlaf unruhiger werden

    Alkohol beeinflusst verschiedene Botenstoffsysteme im Gehirn.

    Unter anderem verstärkt er zunächst hemmende Signale. Vereinfacht gesagt wird das Nervensystem gedämpft.

    Deshalb fühlt man sich entspannter oder schläfriger.

    Während der Alkohol jedoch abgebaut wird und seine dämpfende Wirkung nachlässt, kann sich dieser Effekt verändern.

    Der Schlaf wird in der zweiten Nachthälfte häufig leichter und fragmentierter.

    Das bedeutet:

    Du wachst häufiger auf.

    Du schläfst oberflächlicher.

    Oder du wachst sehr früh auf und bekommst dein Gehirn anschließend nicht mehr davon überzeugt, dass 3 Uhr morgens wirklich keine vernünftige Uhrzeit ist, um das gesamte Leben zu analysieren.

    Alkohol und REM-Schlaf

    Besonders interessant ist der Einfluss von Alkohol auf den REM-Schlaf.

    REM steht für „Rapid Eye Movement“.

    Diese Schlafphase spielt unter anderem bei Gedächtnisprozessen und emotionaler Verarbeitung eine wichtige Rolle.

    Alkohol kann den REM-Schlaf besonders in der ersten Nachthälfte unterdrücken beziehungsweise verschieben.

    Später kann es zu Veränderungen der REM-Verteilung kommen.

    Das bedeutet:

    Du kannst durchaus sieben oder acht Stunden geschlafen haben und dich morgens trotzdem fühlen, als hätte dein Gehirn Nachtschicht gehabt.

    Schlafdauer und Schlafqualität sind nicht dasselbe.

    Das ist ein Punkt, den wir meiner Meinung nach viel zu oft vergessen.

    Und dann kommt der Käse ins Spiel

    Jetzt könnte man sagen:

    Gut. Dann ist der Rotwein schuld.

    Was hat der arme Käse damit zu tun?

    Hier wird es spannend.

    Vor allem lange gereifte und fermentierte Lebensmittel können größere Mengen sogenannter biogener Amine enthalten.

    Dazu gehören beispielsweise:

    Histamin und Tyramin.

    Und genau diese Stoffe können bei empfindlichen Menschen eine Rolle spielen.

    Was ist Histamin überhaupt?

    Histamin wird gerne ausschließlich mit Allergien in Verbindung gebracht.

    Aber Histamin ist ein körpereigener Botenstoff und erfüllt zahlreiche wichtige Aufgaben.

    Es ist unter anderem beteiligt an:

    • Immunreaktionen
    • Entzündungsprozessen
    • Magensäureproduktion
    • Regulation von Blutgefäßen
    • Funktionen des Nervensystems
    • unserem Wach-Schlaf-Rhythmus

    Und der letzte Punkt ist für unser Thema besonders interessant.

    Histamin wirkt im Gehirn nämlich als wachheitsfördernder Botenstoff.

    Das bedeutet natürlich nicht:

    Käse gegessen = Histamin im Gehirn = fünf Stunden wach.

    So simpel funktioniert unser Körper nicht.

    Aber bei Menschen, die empfindlich auf histaminreiche Lebensmittel reagieren oder Histamin schlechter abbauen, können größere Histaminmengen Beschwerden begünstigen.

    Und dazu können auch Schlafprobleme gehören.

    Welche Lebensmittel enthalten viel Histamin?

    Histamin entsteht beziehungsweise sammelt sich besonders bei Reifungs-, Fermentations- und Lagerungsprozessen an.

    Deshalb können beispielsweise folgende Lebensmittel größere Mengen enthalten:

    gereifter Käse, Salami und andere gereifte Wurstwaren, fermentierte Lebensmittel, bestimmte Fischprodukte und alkoholische Getränke wie Wein.

    Die tatsächlichen Histamingehalte können allerdings stark schwanken.

    Das Alter, die Herstellung, Lagerung und Verarbeitung eines Lebensmittels spielen dabei eine Rolle.

    Deshalb ist eine starre Liste nach dem Motto „Dieses Lebensmittel hat exakt X Milligramm Histamin“ oft wenig hilfreich.

    Und deshalb verträgt ein Mensch möglicherweise einen bestimmten Käse wunderbar – während er nach einem anderen Beschwerden bekommt.

    Warum ausgerechnet Rotwein UND Käse?

    Jetzt wird die Sache besonders interessant.

    Du hast einen gereiften Käse.

    Der kann Histamin und andere biogene Amine enthalten.

    Dazu kommt Rotwein, der ebenfalls Histamin und andere biogene Amine enthalten kann.

    Und gleichzeitig muss dein Körper Alkohol abbauen.

    Das kann bei empfindlichen Menschen eine ungünstige Kombination sein.

    Alkohol kann zudem den Umgang des Körpers mit Histamin beeinflussen.

    Der Abbau von aufgenommenem Histamin im Darm erfolgt unter anderem über das Enzym Diaminoxidase – kurz DAO.

    Alkohol kann den Histaminstoffwechsel beziehungsweise die Histaminverträglichkeit zusätzlich ungünstig beeinflussen.

    Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch nach einem Glas Rotwein und Parmesan eine Histaminreaktion bekommt.

    Aber wenn du empfindlich bist, kann die Kombination deutlich relevanter sein als jedes Lebensmittel für sich alleine.

    Woran könnte ich merken, dass Histamin bei mir eine Rolle spielt?

    Histaminempfindlichkeit kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen.

    Mögliche Beschwerden nach histaminreichen Lebensmitteln können beispielsweise Kopfschmerzen, Hautrötungen, Herzklopfen, verstopfte oder laufende Nase, Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafprobleme sein.

    Aber – und das ist mir wichtig:

    Diese Symptome beweisen keine Histaminintoleranz.

    Sie können zig andere Ursachen haben.

    Gerade beim Thema Histamin wird im Internet sehr schnell aus jedem roten Gesicht und jeder schlechten Nacht eine Diagnose gebastelt.

    So funktioniert seriöse Ernährungsberatung nicht.

    Wenn du regelmäßig deutliche Beschwerden nach bestimmten Lebensmitteln bemerkst, gehört das medizinisch abgeklärt.

    Und was hat Tyramin damit zu tun?

    Gereifte Lebensmittel enthalten häufig nicht nur Histamin, sondern auch Tyramin.

    Tyramin entsteht aus der Aminosäure Tyrosin und kann ebenfalls in gereiften oder fermentierten Lebensmitteln vorkommen.

    Besonders bekannt ist es beispielsweise aus lange gereiftem Käse.

    Tyramin kann unter anderem die Freisetzung bestimmter Botenstoffe wie Noradrenalin beeinflussen.

    Bei den meisten gesunden Menschen wird aufgenommenes Tyramin normalerweise effektiv abgebaut.

    Bei bestimmten Medikamenten – insbesondere MAO-Hemmern – kann Tyramin allerdings medizinisch sehr relevant werden. Hier müssen entsprechende Ernährungshinweise unbedingt mit Arzt oder Apotheke besprochen werden.

    Für unseren Schlaf gilt also auch hier:

    Nicht jeder Käse macht jeden Menschen wach.

    Aber gereifte Lebensmittel sind biochemisch eben ein bisserl spannender als ein Stück Gurke.

    Warum merke ich Alkohol nachts manchmal am Herzschlag?

    Vielleicht kennst du das:

    Du wachst nach Alkohol mitten in der Nacht auf und merkst plötzlich deinen Herzschlag viel deutlicher.

    Auch das kann mit der Wirkung von Alkohol zusammenhängen.

    Alkohol kann die Herzfrequenz beeinflussen und den Körper während der Nacht physiologisch stärker beanspruchen.

    Dazu kommt:

    Alkohol erweitert zunächst Blutgefäße.

    Man fühlt sich vielleicht angenehm warm.

    Das kann allerdings unsere Temperaturregulation während des Schlafs beeinträchtigen.

    Und unser Körper liebt für guten Schlaf normalerweise eines besonders:

    Ruhe und eine passende Absenkung der Körpertemperatur.

    Wenn stattdessen Herzfrequenz, Temperaturregulation und Stoffwechsel mit einer Flasche Zweigelt diskutieren müssen, ist das für die Nachtruhe nicht unbedingt ideal.

    Alkohol trocknet aus – oder?

    Alkohol hemmt die Ausschüttung von Vasopressin, auch antidiuretisches Hormon genannt.

    Dieses Hormon hilft dem Körper dabei, Wasser zurückzuhalten.

    Wird seine Wirkung reduziert, kann die Urinproduktion steigen.

    Das erklärt zumindest teilweise, warum man nach Alkohol häufiger zur Toilette muss.

    Und nächtliche Toilettengänge sind jetzt nicht gerade das Geheimrezept für acht Stunden ununterbrochenen Tiefschlaf.

    Zusätzlich kann Alkohol Durst begünstigen.

    Du wachst auf.

    Mund trocken.

    Wasser trinken.

    Toilette.

    Zurück ins Bett.

    Gehirn inzwischen:

    „Ah, wir sind wach? Perfekt! Wollen wir über die Steuererklärung reden?“

    Nein.

    Wollen wir nicht.

    Und jetzt zu Keto

    Wenn du dich ketogen ernährst, gibt es noch einen Punkt, den ich besonders erwähnen möchte.

    Viele Menschen berichten, dass sie Alkohol während einer ketogenen Ernährung anders beziehungsweise stärker wahrnehmen.

    Die individuelle Alkoholwirkung hängt allerdings von vielen Faktoren ab – Körpergewicht, Geschlecht, Trinkgeschwindigkeit, Nahrungsaufnahme, Gewöhnung und natürlich der konsumierten Menge.

    Deshalb würde ich daraus keine allgemeine Regel machen wie:

    „In Ketose verträgt man nur halb so viel Alkohol.“

    Aber aus meiner praktischen Sicht ist ein Punkt viel wichtiger:

    Beobachte deinen Körper.

    Vielleicht passen zwei Gläser trockener Wein theoretisch wunderbar in deine Kohlenhydratmenge.

    Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie zu deinem Schlaf passen.

    Und genau das ist für mich der Unterschied zwischen:

    „Passt in meine Makros.“

    und

    „Tut mir gut.“

    Stoppt Alkohol die Fettverbrennung?

    Auch hier hört man in der Keto-Welt gerne sehr drastische Aussagen.

    Der Körper kann Alkohol nicht in relevanter Menge speichern und behandelt seinen Abbau deshalb mit hoher Priorität.

    Die Leber baut Ethanol unter anderem zu Acetaldehyd und anschließend zu Acetat ab.

    Während dieser Alkoholabbau im Vordergrund steht, verändert sich vorübergehend auch die Nutzung anderer Energieträger.

    Vereinfacht gesagt:

    Dein Körper kümmert sich erst einmal um den Alkohol.

    Das bedeutet nicht, dass ein Glas Wein deine gesamte Keto-Reise zerstört.

    Aber wer Fettstoffwechsel, Schlaf und Regeneration optimieren möchte, sollte Alkohol eben nicht ausschließlich danach beurteilen, wie viele Kohlenhydrate auf dem Etikett stehen.

    „Aber trockener Rotwein ist doch Keto!“

    Ja.

    Ein trockener Wein kann aufgrund seines relativ niedrigen Restzuckergehalts grundsätzlich in eine ketogene Ernährung passen.

    Aber genau hier liegt eine meiner liebsten Keto-Fallen:

    „Ketogen“ bedeutet nicht automatisch „unbegrenzt“ und schon gar nicht automatisch „gesund für mich“.

    Butter ist Keto.

    Olivenöl ist Keto.

    Käse ist Keto.

    Trockener Wein kann Keto sein.

    Wenn ich daraus allerdings jeden Abend ein kleines All-you-can-eat-und-drink-Festival mache, wird das Ergebnis möglicherweise trotzdem nicht das sein, das ich mir wünsche.

    Keto ist keine magische Schutzblase.

    Was kann ich ausprobieren, wenn ich nachts häufig aufwache?

    Bevor du dein Schlafzimmer renovierst, eine neue Matratze kaufst und deinen Partner ins Gästezimmer verbannst, kannst du ein kleines Experiment machen.

    Wenn Rotwein und gereifter Käse bei dir häufig am Abend vorkommen, lass diese Kombination für einige Abende bewusst weg.

    Nicht für immer.

    Nicht aus Angst.

    Sondern als Experiment.

    Beobachte:

    Wie schnell schläfst du ein?

    Wachst du nachts auf?

    Wie oft?

    Wie fühlst du dich morgens?

    Wie ist dein Ruhepuls, falls du ihn misst?

    Fühlst du dich erholt?

    Danach kannst du gezielt testen.

    Zum Beispiel einmal Käse ohne Alkohol.

    An einem anderen Abend ein kleines Glas Wein ohne gereiften Käse.

    So bekommst du wesentlich mehr Informationen darüber, worauf dein Körper tatsächlich reagiert.

    Denn Ernährung ist kein Ratespiel.

    Manchmal muss man einfach ein bisserl Detektiv spielen.

    Vielleicht liegt es gar nicht am Essen

    Und auch das gehört zur Wahrheit.

    Wenn du schlecht schläfst, muss nicht automatisch Rotwein, Käse oder Histamin schuld sein.

    Schlaf wird von unglaublich vielen Faktoren beeinflusst.

    Stress.

    Licht.

    Temperatur.

    Koffein.

    Hormone.

    Bewegung.

    Essenszeit.

    Alkohol.

    Medikamente.

    Psychische Belastung.

    Schlafrhythmus.

    Und manchmal schlicht davon, dass wir um 22:30 Uhr noch mit dem Handy im Gesicht liegen und unserem Gehirn 73 Reels hintereinander servieren.

    Auch das ist nicht unbedingt ein Schlafritual.

    Mein Fazit: Dein Abendessen schläft mit

    Ich möchte dir weder deinen Rotwein noch deinen Käse wegnehmen.

    Ganz im Gegenteil.

    Ich finde, Ernährung sollte nicht daraus bestehen, ständig Angst vor Lebensmitteln zu haben.

    Aber ich finde es unglaublich spannend zu verstehen, was Lebensmittel in unserem Körper machen können.

    Rotwein kann dich zunächst müde machen und gleichzeitig später deine Schlafqualität verschlechtern.

    Alkohol kann die natürliche Schlafarchitektur verändern und zu unruhigerem Schlaf in der zweiten Nachthälfte beitragen.

    Gereifter Käse kann Histamin, Tyramin und andere biogene Amine enthalten, auf die manche Menschen empfindlicher reagieren als andere.

    Und die Kombination aus Alkohol und histaminreichen Lebensmitteln kann für empfindliche Menschen zusätzlich ungünstig sein.

    Deshalb lautet mein Rat nicht:

    Nie wieder Rotwein und Käse.

    Sondern:

    Beobachte, was passiert.

    Wenn du nach deinem gemütlichen Rotwein-Käse-Abend hervorragend acht Stunden durchschläfst und morgens aus dem Bett hüpfst wie ein junges Reh:

    Wunderbar.

    Wenn du dagegen regelmäßig um 3 Uhr morgens wach liegst und plötzlich darüber nachdenkst, warum du 1998 eigentlich diese eine Frisur für eine gute Idee gehalten hast:

    Dann würde ich mir den Abend davor einmal genauer anschauen.

    Manchmal beginnt guter Schlaf nämlich nicht im Schlafzimmer.

    Sondern beim Abendessen.

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  • Protein bei Keto:

    Kann zu viel Eiweiß die Ketose stören?

    „Kohlenhydrate sind bei Keto niedrig. Also kann ich von Protein essen, so viel ich will.“

    Klingt zunächst logisch.

    Ist aber – wie so oft beim Thema Ernährung – ein bisserl komplizierter.

    Protein ist lebensnotwendig. Wir brauchen Eiweiß beziehungsweise die darin enthaltenen Aminosäuren unter anderem für Muskeln, Enzyme, Hormone, Transportproteine, unser Immunsystem und zahlreiche Reparaturprozesse.

    Protein ist also definitiv nicht der Feind.

    Trotzdem ist eine klassische ketogene Ernährung nicht automatisch eine High-Protein-Ernährung.

    Und genau darüber möchte ich heute sprechen.

    Denn besonders am Anfang passiert häufig Folgendes:

    Kohlenhydrate werden gestrichen.

    Fett wird aus Angst vor Kalorien ebenfalls reduziert.

    Und übrig bleibt plötzlich eine Ernährung, die hauptsächlich aus Protein besteht.

    Und dann wundert man sich:

    „Warum bin ich nicht richtig satt? Warum habe ich ständig Lust auf irgendwas? Und warum läuft meine Ketose nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe?“

    Schauen wir uns das einmal genauer an.

    Was passiert mit Protein in unserem Körper?

    Wenn wir Protein essen, wird es bei der Verdauung in kleinere Bestandteile zerlegt – hauptsächlich in Aminosäuren.

    Diese Aminosäuren kann unser Körper für unglaublich viele Aufgaben verwenden.

    Er baut und erhält damit beispielsweise Körpergewebe und Muskulatur und stellt daraus Enzyme, Transportproteine und andere wichtige Moleküle her.

    Protein ist also in erster Linie ein Baustoff.

    Aminosäuren können allerdings auch zur Energiegewinnung herangezogen werden. Und einige Aminosäuren können als Ausgangsstoffe für die Bildung von Glukose dienen.

    Und damit sind wir bei einem Begriff, der in der Keto-Welt gerne für ein bisserl Panik sorgt:

    Gluconeogenese.

    Was ist Gluconeogenese?

    Gluconeogenese bedeutet vereinfacht:

    Der Körper stellt selbst Glukose her.

    Und nein – das ist nichts Schlechtes.

    Im Gegenteil.

    Dieser Mechanismus ist einer der Gründe, warum wir nicht ständig Kohlenhydrate essen müssen, damit bestimmte Gewebe weiterhin mit Glukose versorgt werden können.

    Auch bei einer ketogenen Ernährung benötigt der Körper eine gewisse Menge Glukose.

    Die kann er unter anderem aus Laktat, Glycerin und bestimmten Aminosäuren herstellen.

    Die Leber übernimmt dabei einen großen Teil dieser Arbeit.

    Und jetzt kommt ein wichtiger Punkt:

    Gluconeogenese passiert auch dann, wenn du wunderbar in Ketose bist.

    Ketose und Gluconeogenese sind keine Gegenspieler.

    Sie laufen bei einer ketogenen Ernährung sogar gleichzeitig ab.

    Bedeutet viel Protein automatisch viel Glukose?

    Nein.

    Und diesen Mythos möchte ich gleich aus dem Weg räumen.

    Man liest im Internet gerne:

    „Überschüssiges Protein wird einfach in Zucker umgewandelt.“

    So funktioniert unser Stoffwechsel nicht.

    Der Körper verwandelt nicht jedes Gramm Protein, das er gerade nicht zum Muskelaufbau benötigt, automatisch in Glukose.

    Die Gluconeogenese wird komplex reguliert und orientiert sich stark am Bedarf des Körpers.

    Trotzdem kann die Menge und Zusammensetzung der Ernährung Einfluss darauf haben, wie ausgeprägt die Ketonkörperproduktion ist.

    Protein löst beispielsweise ebenfalls eine Insulinantwort aus – allerdings je nach Lebensmittel, Aminosäurezusammensetzung und Stoffwechselsituation anders als eine große Portion Kohlenhydrate.

    Deshalb können sehr proteinreiche Mahlzeiten bei manchen Menschen vorübergehend mit niedrigeren Ketonkörperwerten einhergehen.

    Das bedeutet aber noch lange nicht:

    „Protein gegessen – Ketose vorbei.“

    Und jetzt wird es interessant: Carnivore

    Wenn große Mengen Protein automatisch verhindern würden, dass wir in Ketose kommen, hätten wir nämlich ein kleines Erklärungsproblem.

    Carnivore.

    Bei einer Carnivore-Ernährung stammen die Lebensmittel fast ausschließlich aus tierischen Quellen.

    Fleisch, Fisch, Eier und – je nach Variante – Milchprodukte.

    Da kommt natürlich Protein zusammen.

    Trotzdem können Menschen mit einer kohlenhydratarmen Carnivore-Ernährung sehr wohl in Ketose sein.

    Warum?

    Weil wir immer die gesamte Stoffwechselsituation betrachten müssen.

    Wenn kaum Kohlenhydrate zugeführt werden, Insulin entsprechend niedrig bleibt und ausreichend Fett zur Verfügung steht, kann der Körper weiterhin Fettsäuren nutzen und Ketonkörper produzieren.

    Protein schaltet diesen Mechanismus nicht einfach aus.

    Oder nehmen wir das Eierfasten

    Auch hier essen wir Eier.

    Und Eier liefern natürlich Protein.

    Trotzdem kann ein entsprechend zusammengestelltes Eierfasten sehr kohlenhydratarm und ketogen sein.

    Das Ei bringt nämlich nicht nur hochwertiges Protein mit, sondern auch Fett – und beim klassischen Eierfasten kommen häufig zusätzliche Fettquellen hinzu.

    Das Verhältnis der Makronährstoffe sieht also völlig anders aus als beispielsweise bei einer fettarmen Ernährung aus Proteinshakes, Proteinriegeln und magerem Fleisch.

    Und genau deshalb finde ich Aussagen wie:

    „Bei Keto darfst du nicht zu viel Protein essen, sonst wird alles zu Zucker.“

    viel zu vereinfacht.

    Unser Körper ist keine Excel-Tabelle.

    Macht es einen Unterschied, woher mein Protein kommt?

    Ja – allerdings müssen wir hier ebenfalls genau hinschauen.

    Aminosäuren bleiben biochemisch natürlich Aminosäuren. Unser Körper besitzt keinen kleinen Türsteher, der sagt:

    „Ah, Rind! Du darfst rein. Mandel! Du wirst sofort zu Zucker.“

    Der entscheidende Unterschied liegt vielmehr darin, was gemeinsam mit dem Protein im Lebensmittel steckt.

    Und hier unterscheiden sich tierische Lebensmittel und viele pflanzliche Proteinquellen teilweise erheblich.

    Tierisches Protein bei Keto

    Fleisch, Fisch und Eier liefern hochwertiges Protein mit allen essenziellen Aminosäuren in günstigen Verhältnissen.

    Viele tierische Lebensmittel enthalten gleichzeitig praktisch keine oder nur sehr wenige Kohlenhydrate.

    Ein Steak beispielsweise besteht nicht plötzlich aus 20 Gramm Kohlenhydraten, nur weil es viel Protein enthält.

    Auch Eier liefern hochwertiges Protein und Fett bei sehr geringer Kohlenhydratmenge.

    Fettreicher Fisch bringt neben Protein außerdem Fett mit.

    Bei einer entsprechend zusammengestellten Carnivore-Ernährung kann die Kohlenhydratzufuhr deshalb extrem niedrig sein – trotz einer relativ hohen Proteinzufuhr.

    Und pflanzliches Protein?

    Hier müssen wir unterscheiden.

    Natürlich gibt es auch pflanzliche Lebensmittel, die Protein liefern und in eine ketogene Ernährung passen können.

    Aber:

    Pflanzliche Proteinquellen kommen häufig nicht alleine.

    Je nach Lebensmittel bringen sie neben Protein auch unterschiedliche Mengen Kohlenhydrate mit.

    Und genau das wird bei Keto gerne übersehen.

    Besonders spannend wird es bei den typischen:

    „Ist ja Keto!“-Backwaren.

    Das berühmte Keto-Kekserl

    Mandelmehl.

    Leinsamenmehl.

    Vielleicht noch Nüsse.

    Süßungsmittel.

    Schokolade.

    Und irgendwo steht „KETO“ drauf.

    Also kann man davon theoretisch unbegrenzt essen.

    Oder?

    Leider nein.

    Gerade bei Keto-Kuchen, Keksen, Brot-Ersatzprodukten und anderen Backwaren lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

    Mandelmehl und andere pflanzliche Mehle können Protein liefern – enthalten je nach Produkt aber eben auch Kohlenhydrate.

    Die Mengen unterscheiden sich teilweise enorm.

    Deshalb gilt:

    Nährwerttabelle anschauen.

    Denn „Mandelmehl“ ist nicht automatisch gleich „Mandelmehl“, und „Low Carb“ ist nicht automatisch gleich „ketogen“.

    Wenn ich aus mehreren Zutaten einen Kuchen backe, können sich die Kohlenhydrate der einzelnen Zutaten ganz gemütlich zusammenaddieren.

    Und dann esse ich vielleicht nicht ein kleines Stück.

    Sondern zwei.

    Oder drei.

    Weil’s ja Keto ist.

    Das ist ungefähr der Moment, in dem das Keto-Label beginnt, uns ein bisserl zu verarschen.

    Warum Keto-Süßigkeiten problematisch werden können

    Und jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich persönlich besonders wichtig finde.

    Es geht nämlich nicht immer nur darum, ob ein Lebensmittel theoretisch in irgendwelche Makros passt.

    Es geht auch darum:

    Was macht dieses Lebensmittel mit meinem Essverhalten?

    Ein Steak mit Butter hat für die meisten Menschen einen ziemlich natürlichen Endpunkt.

    Irgendwann sagt der Körper:

    Danke. Reicht.

    Bei einem süßen Keto-Kuchen kann das anders aussehen.

    Nicht zwingend, weil Mandelprotein auf magische Weise unseren Stoffwechsel zerstört.

    Sondern weil wir es hier mit einer völlig anderen Kombination aus Geschmack, Textur, Energiedichte und Zutaten zu tun haben.

    Süße, sehr schmackhafte Lebensmittel können bei manchen Menschen das Bedürfnis nach „noch etwas Süßem“ aufrechterhalten.

    Und plötzlich stehe ich zwei Stunden später wieder in der Küche.

    Nicht unbedingt, weil mein Körper energetisch verhungert.

    Sondern weil mein Kopf sagt:

    „Da waren doch noch diese Kekserl …“

    Kenne ich.

    Und was hat das mit Heißhunger zu tun?

    Bei Keto wollen wir unter anderem erreichen, dass Mahlzeiten gut sättigen und wir nicht ständig zwischen Essen und Snack hin- und herspringen.

    Dafür ist die Zusammensetzung der Mahlzeiten entscheidend.

    Wenn ich Kohlenhydrate reduziere, gleichzeitig aber Fett möglichst niedrig halte und überwiegend sehr magere Proteinquellen esse, kann eine Mahlzeit schlicht zu wenig Energie liefern.

    Dann bin ich vielleicht kurzfristig voll.

    Aber nicht unbedingt lange zufrieden.

    Und später kommt:

    Hunger.

    Snacklust.

    Süßhunger.

    Oder dieses berühmte:

    „Ich brauch jetzt irgendwas.“

    Das wird dann gerne als mangelnde Disziplin bezeichnet.

    Dabei lohnt es sich viel eher, die vorherige Mahlzeit anzuschauen.

    War sie ausreichend? War sie nährstoffreich? Hat sie mich wirklich satt gemacht?

    Keto bedeutet nicht nur, Kohlenhydrate wegzulassen.

    Der Körper braucht weiterhin Energie.

    Warum ich bei Keto nicht nur auf Protein schauen würde

    Wenn jemand zu mir sagt:

    „Ich esse doch perfekt Keto – aber ich habe ständig Hunger.“

    würde ich deshalb nicht automatisch antworten:

    „Du isst zu viel Protein.“

    Ich würde mir das Gesamtbild anschauen.

    Wie viele Kohlenhydrate werden tatsächlich gegessen?

    Wie viel Fett ist dabei?

    Welche Proteinquellen werden gewählt?

    Besteht die Ernährung überwiegend aus richtigen Lebensmitteln – oder aus Keto-Riegeln, Keto-Kuchen, Keto-Keksen und Ersatzprodukten?

    Wie häufig wird gegessen?

    Wie sieht es mit Schlaf und Stress aus?

    Und natürlich:

    Isst die Person überhaupt genug?

    Denn auch das gibt es bei Keto erstaunlich häufig.

    Kohlenhydrate weg.

    Fett macht angeblich dick.

    Protein darf angeblich nicht zu viel sein.

    Und plötzlich bleibt am Teller noch ein Salatblatt mit drei Gurkenscheiben.

    Das kann nicht die Lösung sein.

    Wie viel Protein brauche ich bei Keto?

    Darauf gibt es keine einzige Zahl, die für jeden Menschen passt.

    Der Proteinbedarf hängt unter anderem ab von:

    • Körpergewicht und Körperzusammensetzung
    • Muskelmasse
    • Alter
    • körperlicher Aktivität
    • Training
    • Kaloriendefizit
    • gesundheitlicher Situation
    • individuellem Ziel

    Wer Krafttraining betreibt, hat beispielsweise andere Anforderungen als jemand, der kaum körperlich aktiv ist.

    Auch mit zunehmendem Alter wird eine ausreichende Proteinversorgung besonders wichtig, um Muskelmasse zu erhalten.

    Deshalb halte ich wenig davon, Protein bei Keto grundsätzlich zum Problem zu erklären.

    Zu wenig Protein ist nämlich ebenfalls keine gute Idee.

    Mein einfacher Ansatz

    Statt vor jedem Gramm Eiweiß Angst zu haben, würde ich bei Keto zuerst auf die Qualität und Zusammensetzung der Mahlzeit schauen.

    Eine vernünftige Proteinquelle.

    Eine passende Fettquelle.

    Bei einer klassischen Keto-Ernährung eventuell etwas kohlenhydratarmes Gemüse oder Salat.

    Fertig.

    Das kann ein Stück Fleisch mit Butter und Gemüse sein.

    Eier mit Käse.

    Fisch mit Olivenöl und Salat.

    Oder Rinderhack mit Ei und Butter.

    Dafür brauche ich keine Mathematik-Matura.

    Und ich muss auch nicht nach dem Essen panisch meine Ketone messen, weil mein Steak 20 Gramm Protein mehr hatte als geplant.

    Protein ist nicht der Feind

    Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann bitte diese:

    Protein ist bei Keto wichtig.

    Es geht nicht darum, möglichst wenig Eiweiß zu essen.

    Und es ist auch nicht korrekt zu behaupten, dass jedes „überschüssige“ Gramm Protein automatisch in Zucker verwandelt wird und dich aus der Ketose wirft.

    Gluconeogenese ist ein normaler, lebenswichtiger Stoffwechselprozess und findet auch während einer funktionierenden Ketose statt.

    Trotzdem macht es Sinn, die gesamte Ernährung im Blick zu behalten.

    Denn eine ketogene Ernährung besteht nicht aus einem einzigen Makronährstoff.

    Und vor allem besteht sie meiner Meinung nach nicht hauptsächlich aus Produkten, auf denen möglichst groß „KETO“ steht.

    Manchmal ist das einfachste Essen tatsächlich das beste.

    Eier.

    Fleisch.

    Fisch.

    Butter.

    Olivenöl.

    Ein bisserl Gemüse, wenn du möchtest.

    Und plötzlich wird aus der großen Wissenschaft Keto wieder etwas, das man tatsächlich im Alltag leben kann.

    Mein Merksatz:

    Protein ist kein Ketose-Killer.

    Aber ein „KETO“-Aufdruck ist auch kein Freifahrtschein für die ganze Packung Kekserl.

    Und wenn wir das einmal verstanden haben, sind wir schon ziemlich weit.

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  • Was ist Keto?

    Ketogene Ernährung einfach erklärt

    Keto. Ketogen. Ketose.

    Wenn man sich zum ersten Mal mit diesem Thema beschäftigt, klingt das alles ein bisschen nach Chemieunterricht. Oder nach einer geheimen Ernährungssekte, in der alle Butter in den Kaffee werfen und panisch vor einer Kartoffel davonlaufen.

    Ganz so schlimm ist es nicht.

    Die ketogene Ernährung ist im Grunde sogar ziemlich einfach zu verstehen. Und genau deshalb möchte ich hier ganz vorne anfangen – ohne Fachchinesisch, ohne Taschenrechner und ohne die Erwartung, dass du schon weißt, was Ketone, Makros oder Fettadaption sind.

    Also: Was ist Keto eigentlich?

    Keto ist eine sehr kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung

    Bei einer klassischen ketogenen Ernährung werden Kohlenhydrate stark reduziert. Gleichzeitig wird ausreichend Eiweiß gegessen und Fett wird zur wichtigen Energiequelle.

    Das Ziel dahinter ist ein bestimmter Stoffwechselzustand:

    die Ketose.

    Und bevor jetzt jemand nervös wird:
    Ketose ist nicht automatisch etwas Gefährliches oder Unnatürliches. Unser Körper kann grundsätzlich unterschiedliche Energiequellen nutzen.

    Normalerweise läuft bei vielen Menschen ein großer Teil der Energieversorgung über Glukose.

    Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßigkeiten, Säften und vielen anderen Lebensmitteln werden bei der Verdauung ganz oder teilweise zu Glukose abgebaut.

    Diese Glukose gelangt ins Blut.

    Der Blutzucker steigt.

    Darauf reagiert unter anderem das Hormon Insulin. Insulin hilft dabei, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren und spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Speicherung von Energie.

    So weit, so normal.

    Aber unser Körper hat noch eine andere Möglichkeit.

    Was passiert, wenn wir kaum Kohlenhydrate essen?

    Wenn du deine Kohlenhydratzufuhr deutlich reduzierst, steht dem Körper weniger Glukose aus der Nahrung zur Verfügung.

    Die körpereigenen Glykogenspeicher – vereinfacht gesagt unsere gespeicherten Kohlenhydratreserven – werden zunehmend geleert.

    Und irgendwann sagt dein Körper nicht:

    „Tja. Keine Semmel. Dann stellen wir den Betrieb wohl ein.“

    Zum Glück.

    Er stellt seinen Stoffwechsel um.

    Fettsäuren werden nun verstärkt als Energiequelle genutzt. Gleichzeitig produziert die Leber aus Fettsäuren sogenannte Ketonkörper.

    Zu diesen gehören:

    • Beta-Hydroxybutyrat
    • Acetoacetat
    • Aceton

    Diese Ketonkörper können von verschiedenen Geweben als Energiequelle genutzt werden. Auch das Gehirn kann einen erheblichen Teil seines Energiebedarfs damit decken.

    Diesen Stoffwechselzustand nennen wir Ketose.

    Oder ganz einfach gesagt:

    Statt hauptsächlich Zucker zu verbrennen, lernt dein Körper, verstärkt Fett und Ketonkörper als Energiequelle zu nutzen.

    Und genau da wollen wir bei Keto hin.

    Aber braucht unser Körper nicht unbedingt Kohlenhydrate?

    Das ist eine der häufigsten Fragen überhaupt.

    Es gibt Körperzellen und Stoffwechselprozesse, die Glukose benötigen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass wir große Mengen Kohlenhydrate essen müssen.

    Unser Körper kann Glukose nämlich selbst herstellen.

    Dieser Vorgang nennt sich Gluconeogenese.

    Dabei kann die Leber – und zu einem kleineren Teil auch die Niere – aus verschiedenen Ausgangsstoffen Glukose produzieren, zum Beispiel aus bestimmten Aminosäuren, Laktat und Glycerin.

    Unser Körper ist also durchaus clever.

    Er sitzt nicht beleidigt in der Ecke, nur weil wir ihm keine Nudeln geben.

    Was isst man bei Keto?

    Und jetzt kommen wir wahrscheinlich zu dem Teil, der die meisten Menschen am Anfang interessiert.

    „Okay. Aber WAS esse ich dann überhaupt noch?“

    Mehr als du vielleicht denkst.

    Typische Lebensmittel in einer ketogenen Ernährung sind zum Beispiel Fleisch, Fisch, Eier, Käse und andere geeignete Milchprodukte, Avocado, Oliven, kohlenhydratarmes Gemüse, Salate, Butter, Ghee, Olivenöl und andere passende Fettquellen.

    Je nach persönlicher Keto-Variante können natürlich auch Nüsse, Samen, Beeren oder speziell zubereitete Keto-Gerichte dazugehören.

    Was stark reduziert beziehungsweise gemieden wird, sind vor allem zucker- und stärkereiche Lebensmittel.

    Dazu gehören beispielsweise Brot und Gebäck, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßigkeiten, gezuckerte Getränke und viele klassische Fertigprodukte.

    Auch bei Obst muss man genauer hinschauen, denn Obst kann – je nach Sorte – relativ viel Zucker enthalten.

    Das bedeutet aber nicht, dass du ab morgen jedes Lebensmittel anschauen musst, als wäre es ein Tatverdächtiger.

    Man lernt mit der Zeit sehr schnell, welche Lebensmittel gut in eine ketogene Ernährung passen.

    Wie viele Kohlenhydrate darf man bei Keto essen?

    Hier gibt es keine magische Zahl, die für jeden Menschen exakt gleich gilt.

    Häufig wird bei einer ketogenen Ernährung mit ungefähr 20 bis 50 Gramm verwertbaren Kohlenhydraten pro Tag gearbeitet. Manche Menschen benötigen eine stärkere Einschränkung, andere bleiben auch mit etwas mehr Kohlenhydraten in Ketose.

    Ich persönlich finde gerade für den Einstieg einen klaren Rahmen hilfreich, anstatt ständig herausfinden zu wollen, wo die persönliche absolute Obergrenze liegt.

    Denn am Anfang geht es erst einmal darum, dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich an die neue Energieversorgung anzupassen.

    Später kann man immer noch individueller werden.

    Und was sind eigentlich Net Carbs?

    Wenn du dich mit Keto beschäftigst, wirst du früher oder später über den Begriff Net Carbs stolpern.

    Damit sind vereinfacht gesagt die Kohlenhydrate gemeint, die für die Keto-Praxis tatsächlich relevant sind.

    In den USA wird häufig mit „Total Carbs“ gearbeitet und anschließend werden bestimmte Bestandteile wie Ballaststoffe herausgerechnet.

    Bei europäischen beziehungsweise deutschen Nährwerttabellen ist das anders: Ballaststoffe werden in der Regel bereits separat von den ausgewiesenen Kohlenhydraten angegeben.

    Das ist wichtig zu wissen, weil man sonst schnell doppelt rechnet und plötzlich glaubt, eine Zucchini wäre ein Kohlenhydratmonster.

    Ist sie nicht.

    Ist Keto einfach nur Low Carb?

    Nein.

    Low Carb bedeutet zunächst nur: weniger Kohlenhydrate.

    Wie viel „weniger“ bedeutet, ist nicht einheitlich definiert.

    Eine ketogene Ernährung geht normalerweise deutlich weiter. Die Kohlenhydratzufuhr wird so weit reduziert, dass der Körper Ketonkörper in relevantem Umfang produziert und eine ernährungsbedingte Ketose erreicht werden kann.

    Man könnte also vereinfacht sagen:

    Keto ist Low Carb – aber nicht jede Low-Carb-Ernährung ist Keto.

    Was hat Fett damit zu tun?

    Hier kommt der Punkt, bei dem viele Menschen am Anfang einen kleinen innerlichen Systemfehler bekommen.

    Jahrelang wurde uns erzählt:

    Fett macht fett.

    Fett hat viele Kalorien.

    Also möglichst fettarm essen.

    Und dann kommt Keto um die Ecke und sagt:

    „Gib Butter her.“

    Natürlich ist es etwas komplexer als das.

    Wenn wir Kohlenhydrate stark reduzieren, fällt eine bisher wichtige Energiequelle weg. Diese Energie muss irgendwoher kommen.

    Bei einer ketogenen Ernährung spielt deshalb Fett eine zentrale Rolle.

    Fett liefert Energie, ist Bestandteil von Zellmembranen und notwendig für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Außerdem trägt Fett zur Sättigung und zum Geschmack einer Mahlzeit bei.

    Das bedeutet aber nicht automatisch:

    Je mehr Fett, desto besser.

    Keto ist kein Wettbewerb darin, wer am meisten Butter essen kann.

    Die Fettzufuhr sollte zur individuellen Situation, zum Energiebedarf und zum persönlichen Ziel passen.

    Und Eiweiß?

    Eiweiß ist ebenfalls wichtig.

    Sehr wichtig sogar.

    Proteine liefern Aminosäuren, die der Körper unter anderem für Muskeln, Enzyme, Hormone, Transportproteine und zahlreiche Reparatur- und Aufbauprozesse benötigt.

    Deshalb ist eine ketogene Ernährung nicht einfach:

    „Iss Fett und lass alles andere weg.“

    Eine sinnvoll zusammengestellte ketogene Ernährung enthält ausreichend Protein.

    Wie viel sinnvoll ist, hängt unter anderem von Körpergröße, Körperzusammensetzung, Aktivität, Alter und Zielsetzung ab.

    Und genau hier merkt man schon:

    Keto besteht nicht einfach nur daraus, Kohlenhydrate zu streichen.

    Die Zusammensetzung der Ernährung zählt.

    Was ist Fettadaption?

    Ketose und Fettadaption werden gerne in einen Topf geworfen, sind aber nicht exakt dasselbe.

    In Ketose kann man vergleichsweise schnell kommen – häufig innerhalb weniger Tage, abhängig von Ernährung, Aktivität, Stoffwechsel und Ausgangssituation.

    Die Anpassung des Körpers an eine langfristig stärkere Nutzung von Fett und Ketonkörpern dauert dagegen länger.

    Das bezeichnet man häufig als Fettadaption.

    Der Körper wird mit der Zeit effizienter darin, Fett als Brennstoff zu nutzen.

    Deshalb ist es völlig normal, wenn man nicht nach drei Tagen Keto aufwacht und sich fühlt wie eine Mischung aus Duracell-Hase und Superwoman.

    Der Stoffwechsel braucht Zeit zur Anpassung.

    Warum verlieren viele Menschen am Anfang so schnell Gewicht?

    Das ist wichtig, weil es sonst zu falschen Erwartungen kommt.

    Wer Kohlenhydrate deutlich reduziert, leert einen Teil seiner Glykogenspeicher.

    Glykogen bindet Wasser.

    Wird Glykogen abgebaut, wird deshalb auch Wasser ausgeschieden.

    Darum kann die Waage gerade am Anfang ziemlich spektakulär nach unten gehen.

    Das ist natürlich motivierend.

    Aber: Diese ersten verlorenen Kilos bestehen nicht ausschließlich aus Körperfett.

    Ein Teil davon ist Wasser.

    Später wird die Entwicklung meistens langsamer – und das ist völlig normal.

    Warum sind Salz und Elektrolyte bei Keto so wichtig?

    Das ist einer der Punkte, die Anfänger gerne unterschätzen.

    Mit der Umstellung auf eine sehr kohlenhydratarme Ernährung verändern sich Wasser- und Elektrolythaushalt. Unter anderem wird anfangs häufig mehr Natrium ausgeschieden.

    Das kann dazu beitragen, dass manche Menschen in den ersten Tagen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel oder ein allgemeines „Ich bin heute zu nichts zu gebrauchen“-Gefühl erleben.

    Das wird umgangssprachlich gerne als Keto-Grippe bezeichnet.

    Es handelt sich dabei nicht um eine echte Grippe.

    Ausreichend Flüssigkeit und eine sinnvolle Versorgung mit Elektrolyten – insbesondere Natrium, aber auch Kalium und Magnesium – sind deshalb bei Keto wichtige Themen.

    Und nein: Nur drei Liter Wasser hineinzuschütten löst nicht automatisch jedes Problem.

    Wasser und Elektrolyte gehören zusammen gedacht.

    Muss ich bei Keto Kalorien zählen?

    Nicht zwingend.

    Natürlich verschwindet die Energiebilanz nicht plötzlich aus der Physiologie, nur weil auf deinem Teller kein Brot mehr liegt.

    Aber Keto muss meiner Meinung nach nicht zwangsläufig zu einem zweiten Vollzeitjob werden, bei dem jede Olive gewogen und jedes Ei in eine App eingetragen wird.

    Ein großer Vorteil einer gut zusammengestellten ketogenen Ernährung kann für viele Menschen die stärkere und länger anhaltende Sättigung sein.

    Protein und Fett sättigen, während starke Blutzuckerschwankungen durch große Mengen schnell verfügbarer Kohlenhydrate reduziert werden können.

    Viele Menschen erleben dadurch einen anderen Umgang mit Hunger und Mahlzeiten.

    Und genau deshalb bin ich ein großer Fan davon, Keto so alltagstauglich wie möglich zu gestalten.

    Denn die beste Ernährungsform bringt dir herzlich wenig, wenn du sie drei Wochen perfekt durchziehst und danach nie wieder sehen kannst.

    Bedeutet Keto, dass man nie wieder Kohlenhydrate essen darf?

    Auch hier lohnt sich ein bisschen Differenzierung.

    Keto bedeutet nicht automatisch null Gramm Kohlenhydrate.

    Selbst viele klassische Keto-Lebensmittel enthalten kleine Mengen davon.

    Entscheidend ist die Gesamtmenge und ob sie niedrig genug ist, um den Stoffwechselzustand der Ketose zu ermöglichen.

    Es geht also nicht darum, Angst vor einer Paprika zu bekommen.

    Es geht darum, zu verstehen, welche Lebensmittel welche Auswirkungen haben und daraus eine Ernährung zusammenzustellen, die zum eigenen Ziel passt.

    Ist Ketose dasselbe wie Ketoazidose?

    Nein – und diese Unterscheidung ist wichtig.

    Die ernährungsbedingte Ketose bei einer ketogenen Ernährung ist ein regulierter Stoffwechselzustand.

    Die diabetische Ketoazidose dagegen ist eine gefährliche medizinische Stoffwechselentgleisung, die vor allem im Zusammenhang mit einem schweren Insulinmangel auftreten kann und dringend behandelt werden muss.

    Beides sollte nicht miteinander verwechselt werden, nur weil in beiden Begriffen „Keto“ vorkommt.

    Wer Diabetes hat oder Medikamente einnimmt, die den Blutzucker beziehungsweise den Stoffwechsel beeinflussen, sollte eine ketogene Ernährung deshalb nicht auf eigene Faust beginnen, sondern medizinisch begleiten lassen.

    Ist Keto eine Diät?

    Für manche Menschen ja.

    Für andere nicht.

    Man kann eine ketogene Ernährung zeitlich begrenzt einsetzen. Man kann sie aber auch langfristig als Ernährungsform leben.

    Ich persönlich sehe Keto nicht als klassische „Montag fange ich an und in acht Wochen bin ich fertig“-Diät.

    Denn genau dieses Denken kennen viele von uns wahrscheinlich zur Genüge:

    Diät starten.

    Alles perfekt machen.

    Durchhalten.

    Ziel erreichen – oder auch nicht.

    Danach wieder essen wie vorher.

    Und irgendwann geht das Spiel von vorne los.

    Für mich ist viel spannender, den eigenen Stoffwechsel und den eigenen Körper besser zu verstehen.

    Was macht mich satt?

    Wann habe ich wirklich Hunger?

    Welche Lebensmittel tun mir gut?

    Wie reagiert mein Körper auf bestimmte Mahlzeiten?

    Wie kann ich meine Ernährung so gestalten, dass sie in mein echtes Leben passt?

    Und genau da wird Keto für mich interessant.

    Muss Keto kompliziert sein?

    Nein.

    Und wenn du hier auf meinem Blog öfter vorbeischaust, wirst du diesen Satz vermutlich noch ungefähr 4.728 Mal lesen:

    Keto darf einfach sein.

    Du brauchst nicht automatisch eine App.

    Du musst nicht zwingend jede Mahlzeit auf die Küchenwaage legen.

    Du brauchst keine 27 exotischen Zutaten, um ein Mittagessen zuzubereiten.

    Und dein Essen muss auch nicht aussehen, als hätte ein Sternekoch drei Stunden daran gebastelt.

    Eier. Butter. Fleisch. Fisch. Käse. Gemüse. Salat. Olivenöl.

    Aus wenigen guten Lebensmitteln kann man unglaublich viele einfache ketogene Mahlzeiten zusammenstellen.

    Ich bin ein großer Fan von:

    Keep it simple.

    Denn wir haben alle noch ein Leben außerhalb unserer Küche.

    Für wen ist Keto geeignet?

    Eine ketogene Ernährung kann für viele Menschen interessant sein, sie ist aber nicht automatisch für jeden Menschen und jede Lebenssituation die richtige Wahl.

    Besonders bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit, Essstörungen, bestimmten Stoffwechselerkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente sollte eine größere Ernährungsumstellung vorher mit einer entsprechend qualifizierten medizinischen Fachperson besprochen werden.

    Auch Medikamente gegen Diabetes oder Bluthochdruck können unter Umständen angepasst werden müssen, wenn sich Ernährung, Blutzucker, Flüssigkeitshaushalt oder Körpergewicht deutlich verändern.

    „Natürlich“ bedeutet nämlich nicht automatisch „für jeden bedenkenlos“.

    Auch das gehört für mich zu einer seriösen Beschäftigung mit Ernährung dazu.

    Was ist Keto also in einem Satz?

    Wenn ich es jemandem erklären müsste, der noch nie von Keto gehört hat, würde ich sagen:

    Keto ist eine sehr kohlenhydratarme Ernährungsform, bei der der Körper seinen Stoffwechsel so umstellt, dass Fett und daraus gebildete Ketonkörper eine deutlich größere Rolle bei der Energieversorgung übernehmen.

    Das ist die fachliche Erklärung.

    Meine Version wäre:

    Wir nehmen dem Körper nicht die Energie weg – wir zeigen ihm nur, dass im Keller noch ein anderer Tank steht.

    Und nein, dafür musst du nicht ab morgen mit einem Taschenrechner neben deinem Frühstück sitzen.

    Du darfst Keto erst einmal verstehen.

    Dann kannst du entscheiden, ob es zu dir passt.

    Und genau darum soll es hier auf diesem Blog gehen: Keto verständlich machen. Ohne unnötiges Fachchinesisch, ohne Perfektionswahn und vor allem so, dass es auch im echten Leben funktioniert.

    Denn kompliziert können andere.

    Wir machen’s lieber sinnvoll.

    Ein Kommentar zu „Was ist Keto?“

    1. Avatar von Claudia
      Claudia

      Danke für den super Artikel!

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